Ich weiß, Oktopus gehört in den meisten Küchen ganz und gar nicht zu den am häufigsten verwendeten Zutaten. Mehr noch: Ich denke, man kann sagen, dass es sich sogar international gesehen um eine eher besondere Zutat handelt. Trotzdem kann das Kochen von Oktopus eine Herausforderung sein, wenn dich die unberechenbare Laune des Schicksals einmal dazu bringt, ein Gericht mit Oktopus zuzubereiten und zu servieren.
Denn Oktopus kann man schon allein beim Kochen verderben. Diese Zutat ist ausgesprochen fein und zart – wenn du sie noch nicht probiert hast, empfehle ich dir, sie einmal wirklich gut zubereitet zu kosten. Und natürlich nur, wenn du über das hinwegkommst, worüber ganz sicher nicht jeder hinwegkommt: Oktopus zuzubereiten und zu essen. Aber die Sache ist die: Ein falsch gekochter, zäher Oktopus kann jemandem ganz allein die Lust auf diese Meereszutat verderben.
Denn richtig zubereiteter Oktopus ist zart, schmackhaft und ein großartiges Erlebnis. Nicht richtig gekochter Oktopus hingegen kann zäh und wirklich unangenehm sein. Danach ist es kein Wunder, wenn jemand nie wieder etwas davon hören will. Aber noch einmal: Das liegt nicht an der Zutat selbst, sondern an der falschen Zubereitung.
Vielleicht ist es also an der Zeit, Oktopus richtig gut zuzubereiten und lieben zu lernen?!
Wie kocht man Oktopus?
Damit Oktopus zart und nicht zäh wird, muss man ein paar Regeln beachten. Genau das sollte man über das Kochen von Oktopus wissen. Und genau das teile ich hier mit dir.
Wenn du noch nie Oktopus zubereitet hast, bitte lieber den Fischhändler, ihn zu putzen. Oder kaufe Oktopusarme, diese müssen nicht geputzt werden. Wenn du bereits vorbereiteten, zum Beispiel tiefgekühlten Oktopus kaufst, hast du damit überhaupt kein Problem.

Die Vorbereitung für zarten Oktopus
Es gibt einen interessanten Punkt bei der Zubereitung von wirklich zartem Oktopus. Dieser hängt gar nicht mit dem eigentlichen Kochen zusammen, sondern muss schon vorher beachtet werden.
Oktopus tut es nämlich gut – er wird zarter –, wenn du ihn vor der Zubereitung ein paar Tage im Tiefkühler lagerst. Wenn du also frischen Oktopus kaufst, lege ihn vor der Zubereitung einfach für ein paar Tage in den Gefrierschrank.
Vor dem Kochen solltest du den Oktopus auftauen lassen. Das dauert bei Zimmertemperatur etwa 6–8 Stunden, im Kühlschrank etwa 24 Stunden. Wenn du nicht ständig darauf achten kannst, lasse ihn lieber im Kühlschrank auftauen; so besteht kaum die Gefahr, dass er versehentlich draußen liegen bleibt und verdirbt.

Oktopus kochen
Das Kochen von Oktopus sollte man in zwei Teile aufteilen:
- In Wasser vorkochen
- Im jeweiligen Rezept fertig garen
Vorkochen
Koche den aufgetauten Oktopus etwa eine halbe Stunde lang in Wasser vor.

Bringe einfach in einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen, sodass der Oktopus hineinpasst. Gib den geputzten Oktopus hinein und koche ihn zugedeckt 30 Minuten in gerade eben perlendem Wasser.
Das Wasser muss nicht gesalzen werden, denn Oktopus ist von Natur aus schon ziemlich salzig. Den Kochsud kannst du sogar für die Zubereitung des Gerichts weiterverwenden.
Nimm den vorgekochten Oktopus aus dem Wasser und lasse ihn etwas abkühlen. Schneide ihn in so große Stücke, wie es das Rezept vorgibt. Am häufigsten sind das 2–3 cm große, mundgerechte Stücke.

Im Rezept fertig garen
Gare den vorgekochten und zerteilten Oktopus nach den Angaben des jeweiligen Rezepts fertig. So wird er nicht nur zart, sondern auch schmackhaft, denn er nimmt den Geschmack der Sauce an, in der du ihn zubereitest.
Wenn das Rezept nichts anderes vorgibt, koche den Oktopus in seiner Sauce noch 30–50 Minuten. Es lohnt sich, ihn zu probieren; wenn er ganz zart ist, ist er fertig.
Der so zubereitete Oktopus wird garantiert himmlisch zart!
Kochzeit für Oktopus
Nach dem oben beschriebenen Vorgehen beträgt die Kochzeit für Oktopus 60–80 Minuten. Davon entfallen 30 Minuten auf das Vorkochen in Wasser und 30–50 Minuten auf das Garen in der Sauce.
Oktopus schrumpft beim Kochen deutlich
Beim Kochen von Oktopus sollte man wissen, dass er dabei deutlich schrumpft. Wenn du also mit der Zubereitung beginnst, sieht die Menge Oktopus meist auf den ersten Blick groß aus. Wenn du ihn dann aus dem Kochwasser nimmst, siehst du erst, wie viel es tatsächlich wird.
Zur Veranschaulichung siehst du auf diesen beiden Bildern dieselben zwei Oktopusarme auf demselben Teller. Einmal vor dem Kochen, nach dem Auftauen, und einmal direkt nach dem Vorkochen.






