Italienische Pizza zu Hause: die 7 Geheimnisse der perfekten Pizza

Italienische Pizza ist ein Begriff für sich. Die originale italienische Pizza hat einen dünnen Teig, ist rund, knusprig, und Sauce sowie hochwertige Beläge stehen in wunderbarer Harmonie zueinander. Die Zubereitung der perfekten Pizza verlangt teils Fachwissen, teils Demut. Demut gegenüber dem Gericht, den Zutaten und der jahrhundertealten Erfahrung italienischer Pizzabäcker.

Seit Jahren bereite ich regelmäßig, fast wöchentlich, Pizza zu Hause zu. Ich habe alle Kniffe gelernt und ausprobiert, um hier im Blog zu zeigen, wie man die perfekte Pizza zu Hause zubereitet. Mein Rezept für italienischen Pizzateig, mein Rezept für Pizzasauce und die Anleitung zum Backen der Pizza gehören bei Google zu den ersten Ergebnissen, und ich habe sehr viele positive Rückmeldungen bekommen – sowohl von denen, die meine italienischen Pizzen gegessen haben, als auch von denen, die sie nach meinen Rezepten zubereitet haben.

Ich dachte, es ist an der Zeit, das zusammenzufassen, was man wohl das Sahnehäubchen nennen würde: die 7 Geheimnisse, die eine zu Hause zubereitete italienische Pizza wirklich original und perfekt machen.

Das 1. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Verwende das einfachste Pizzateig-Rezept

Eine perfekte Pizza kann – wie jedes Gericht – nur aus perfekten Zutaten entstehen. Und damit meine ich nicht nur die Qualität der Zutaten. Pizzateig ist nichts anderes als Brotteig, und die Großartigkeit der Pizza liegt gerade in ihrer Einfachheit.

Vergiss jede Angeberei, jedes Herumexperimentieren und jede überflüssige Zutat. In den Teig einer italienischen Pizza gehören keine Eier, kein Oregano, keine Milch und keine sonstigen Schrecklichkeiten. Wenn du so etwas in einem Rezept siehst, dann denk daran: So entfernt man sich sehr schnell von dem, was eine klassische italienische Pizza eigentlich ausmacht.

Mit meinem Originalrezept für Pizzateig, das du durch Klicken auf den Link findest, gehst du auf Nummer sicher. Es enthält Wasser, Mehl, Hefe, Salz und Olivenöl – genau so schlicht, wie ein guter Pizzateig sein sollte.

Das 2. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Lass den Teig lange genug ruhen

Wenn der Pizzateig aufgegangen ist, was nicht mehr als anderthalb Stunden dauert, kann er sofort verwendet werden. Wenn du aber wirklich gute italienische Pizza backen willst, dann bereitest du den Teig ein paar Tage vorher zu und lässt ihn im Kühlschrank in einem verschlossenen Gefäß ruhen. Genau diese lange Ruhezeit macht einen großen Unterschied.

Auch ich habe festgestellt, dass für die perfekte Pizza mindestens so viel Zeit nötig ist. Noch besser wird die Pizza, wenn ihr Teig 4–5 Tage geruht hat. Meine bisher beste Erfahrung hatte ich mit einem 6 Tage alten Pizzateig. Seine Konsistenz war ganz anders: weich, geschmeidig und leicht zu handhaben, zugleich wurde er aber perfekt knusprig und dünn gebacken.

Das 3. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Drücke den Mozzarella aus

Natürlich gehört auf die perfekte Pizza zumindest frischer Mozzarella, idealerweise sogar Mozzarella aus Büffelmilch – auch wenn Letzterer nicht überall leicht zu bekommen ist. Italienische Pizza mit trockenem Pizza-Mozzarella aus der Plastikverpackung zu machen, ist dagegen ein ziemlicher Kompromiss und geschmacklich etwas völlig anderes.

Frischer Mozzarella hat aber einen Nachteil: seinen hohen Wassergehalt. Damit die Pizza nicht durchweicht, muss dieses Wasser herausgedrückt werden. Versteh das genau so, wie es hier steht. Teile die Mozzarellakugel je nach Größe deiner Handfläche in 2–4 kleinere Stücke und drücke sie in deiner Hand oder zwischen beiden Handflächen über einer Schüssel kräftig zusammen, damit das Wasser austritt. Wenn ich den Mozzarella aus dem Kühlschrank nehme, drücke ich ihn einmal aus, lasse ihn danach, wenn möglich, mindestens eine Viertelstunde bei Zimmertemperatur ruhen und drücke ihn dann noch einmal aus. Das Ergebnis ähnelt dem, als hättest du den Käse gerieben, und du wirst überrascht sein, wie viel Wasser in frischem Mozzarella steckt!

Das 4. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Verwende nur hochwertige Beläge

Wenn du eine perfekte italienische Pizza möchtest, aber nicht gerade im Geld schwimmst, dann spare lieber an der Menge des Belags als an seiner Qualität. Aus Formschinken, drittklassiger Salami oder Käseimitat aus Pflanzenölen wird auch dann keine gute Pizza, wenn du dein ganzes Herzblut hineinlegst. Wenn du aber nur ein paar Scheiben hochwertigen Räucherschinken, einige Sardellen oder etwas aromatisches, frisches Gemüse auf deine Pizza legst, kannst du dich mühelos in den kulinarischen Himmel katapultieren. Das Wesen der italienischen Pizza liegt ohnehin in ihrer Einfachheit. Es ist wunderbar, wie sie mit nahezu keinem Belag eine perfekte Geschmackswirkung erzielen kann, zum Beispiel bei der Pizza Margherita oder auch bei der Pizza Romana.

Bei den Belägen gibt es noch eine wichtige Sache: Sie dürfen nicht wässrig sein. Damit die Pizza nicht durchweicht, muss nämlich nicht nur aus dem Mozzarella das Wasser herausgedrückt werden, sondern man muss auch darauf achten, dass aus den Belägen beim Backen nicht unnötig Feuchtigkeit austritt. Meide stark gewässerte Fleischwaren sowie Gemüse aus der Dose oder Tiefkühlgemüse. Wenn du Letzteres dennoch verwendest, dann lass tiefgekühltes Gemüse vorher auftauen und Gemüse aus der Dose in einem Sieb gut abtropfen, bevor du es auf die Pizza legst.

Das 5. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Backe die Pizza im möglichst heißen Ofen

Wirklich perfekt wird deine Pizza nur in einem Pizzaofen. Wenn du so etwas zu Hause nicht hast – wie die meisten von uns –, ist trotzdem nichts verloren. Auch in einem herkömmlichen Backofen lässt sich eine nahezu perfekte Pizza zubereiten. Das Wichtigste ist: Vergiss alle möglichen Ratschläge zur Ofentemperatur. Dreh sie so hoch wie möglich und warte, bis der Ofen vollständig aufgeheizt ist. Du kannst die Temperatur zu Hause kaum zu hoch einstellen; je heißer der Ofen, desto besser wird die Pizza.

Das 6. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Öffne hin und wieder die Ofentür

Ein Pizzaofen ist nicht nur sehr heiß, sondern auch gut belüftet, deshalb weicht der Pizzateig darin nicht durch. Um das zu Hause bestmöglich nachzuahmen, kannst du neben dem Hochdrehen der Ofentemperatur auf Maximum zwei Dinge tun. Erstens: Backe die Pizza ganz unten im Ofen, am besten auf der untersten Schiene. Zweitens: Öffne hin und wieder für ein paar Sekunden die Ofentür und schalte dabei, wenn möglich, auch die Umluft ein, damit die aus den Belägen verdampfende Feuchtigkeit als Dampf aus dem Ofen entweichen kann.

Bei mir hat sich zu Hause das folgende Verfahren zum Pizzabacken am besten bewährt: Ich beginne das Backen mit Umluft, schalte sie nach ca. 2 Minuten aus und öffne vorher für ein paar Sekunden die Tür. Zur Halbzeit, was normalerweise nach 4–5 Minuten der Fall ist, drehe ich die Pizza im Ofen. Dabei läuft die Umluft, während die Ofentür offen ist, danach schalte ich sie aber wieder aus. Etwa 2 Minuten vor Ende der Backzeit schalte ich die Umluft erneut ein und öffne noch einmal kurz die Tür.

Mehr über das Backen von Pizza kannst du lesen, wenn du auf den Link klickst.

Das 7. Geheimnis der perfekten italienischen Pizza: Natives Olivenöl extra

Natives Olivenöl extra ist so eine Art Joker, eine Zutat, die alles schlägt. Verwende in fast jeder Phase der Pizzazubereitung ein wenig davon, und das Ergebnis wird perfekt. Lass es weg oder ersetze es durch ein Öl von schwächerer Qualität, und du wirst es am Geschmack der Pizza merken.

Für den Pizzateig braucht man hochwertiges natives Olivenöl extra. Nicht so viel, dass es teuer wäre, aber gerade genug, um dem Teig Charakter zu geben und ihn knuspriger zu machen.

Dasselbe Olivenöl kommt in einer Menge von einigen Esslöffeln in die Tomatensauce. So wird daraus eine perfekte Pizzasauce, ohne dass man irgendetwas kochen oder umständlich damit herumhantieren müsste.

Und am Ende, wenn du wirklich gute und wirklich italienische Pizza essen willst, dann träufle auch dann noch Olivenöl bester Qualität darüber, nachdem sie gebacken ist und auf deinem Teller liegt. Dafür kannst du aromatisiertes Öl verwenden; mit Chili oder Knoblauch ist es perfekt, aber auch das sollte aus nativem Olivenöl extra bestehen. Diese paar Tropfen Öl sind wie ein Funke, der all jene Aromen zum Leben erweckt, die sonst aus deiner Pizza gar nicht hervortreten würden. Probier es aus, und du wirst sehen: Der Unterschied ist spürbar und unbeschreiblich!

Ich wünsche dir viel Freude beim Pizzabacken und guten Appetit! Deine Erfahrungen, Ideen und Meinungen lese ich gern in den Kommentaren!

Auf dem Bild: eine zu Hause mit der im Artikel beschriebenen Technik zubereitete Pizza mit Schinken, Pilzen und roten Zwiebeln.

Pizza mit Pilzen und roten Zwiebeln

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